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Leitbild der Jugend im Schwarzwaldverein

Das neue Leitbild beschreibt die Jugendarbeit zum einen für die Darstellung in der Öffentlichkeit und dient zum anderen zur Orientierung in der praktischen Arbeit der Jugend im Schwarzwaldverein.
Das Leitbild ist im Herbst des vergangenen Jahres vom Jugendbeirat verabschiedet worden.
Teil I: Ziele der Jugend im Schwarzwaldverein
Gemeinsam unterwegs
Natur erleben - Umwelt schützen
-Umwelt gestalten
Demokratisches und soziales Handeln fördern
Mit Traditionellem und Modernem
auseinandersetzen
Teil II: Umsetzung der Ziele
Die drei
zentralen Säulen
Verbandliche Strukturen
Offene Angebote
Ausbildung für
Jugendleiterinnen
Prinzipien für Planung und Durchführung
Bedürfnisorientierung
Erlebnisorientierung
Beteiligung von Kindern
und Jugendlichen
Öffentlichkeitsarbeit
Die Jugend im Schwarzwaldverein ist die eigenständige Jugendorganisation des Schwarzwaldvereins. Zu ihr zählen automatisch alle Mitglieder des Schwarzwaldvereins bis zum vollendeten 27. Lebensjahr sowie ihre gewählten VertreterInnen. Sie ist Mitglied der deutschen Wanderjugend und des Landesjugendrings Baden-Württemberg und anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.
Die wichtigsten Aufgaben der Jugend im Schwarzwaldverein sind im folgenden Leitbild beschrieben.
Dieses Leitbild ist die Grundlage unserer Arbeit. Es dient zur Orientierung und als Maßstab für unser Handeln, den Umgang miteinander und unser Auftreten.
Teil I: Ziele der Jugend im Schwarzwaldverein
Gemeinsam unterwegs
Sich als Teil einer Gemeinschaft zu erleben, stärkt das Selbstbewusstsein; der Rückhalt der Gemeinschaft bietet Raum für Anregungen, Neues auszuprobieren und Hilfen, damit umzugehen.
In unseren Gruppen können Auseinandersetzungen stattfinden, Freundschaften geknüpft. Werte überprüft und neue Wege beschritten werden.
Unterwegs sein bedeutet für uns einmal im Wortsinn unterwegs zu sein bei Freizeiten, Aktionen und Wanderungen.
Es bedeutet aber auch, flexibel zu sein, aufgeschlossen gegenüber Neuem und Unbekanntem, auch Unkonventionellem.
Natur erleben - Umwelt schützen -Umwelt gestalten
Für ein Verständnis, das den nachhaltigen Umgang mit und den Schutz von Umwelt und Natur beinhaltet, sind sowohl die sinnliche Erfahrung der Natur als auch das Wissen um ökologische Zusammenhänge wichtig.
Unser Anliegen ist es, über Gefühl und Verstand einen Bezug zum Naturschutz als Aufgabe und Maßstab in allen Lebensbereichen zu entwickeln.
In diesem Bewusstsein wollen wir unsere Umwelt aktiv mitgestalten.
Demokratisches und soziales Handeln fördern
Wir fördern die Auseinandersetzung von Kindern und Jugendlichen mit unserer gesellschaftlichen Realität. In unserer Bildungsarbeit entwickeln wir Kompetenzen, wie Urteils-, Kommunikations- und Teamfähigkeit, Toleranz, Fairness und Zivilcourage - alles Schlüsselkompetenzen der heutigen Zeit.
Dadurch sollen junge Menschen befähigt werden, Verantwortung zu übernehmen, gleichberechtigt zu handeln, sich aktiv am öffentlichen Leben zu beteiligen und so ihre Lebenswelt mit zu gestalten.
Mit Traditionellem und Modernem auseinandersetzen
Unter Traditionellem verstehen wir die kulturellen Überlieferungen früherer Generationen. Kultur wird jedoch auch von aktuellen Strömungen und Entwicklungen geprägt.
Uns ist es ein Anliegen, die Begriffe Heimat und Geschichte erlebbar zu machen. Dazu beschäftigen wir uns mit Traditionen im Zusammenhang mit ihrer Zeit.
Wir pflegen vielfältige kulturelle Überlieferungen wie z.B. Bräuche, Trachten.Tänze aber nicht nur als Museumsstücke, sondern beziehen moderne Elemente in unsere musische und kulturelle Arbeit ein.
Traditionelles und Modernes im Zusammenhang sehen, heißt, beides kritisch zu betrachten.
Teil II: Umsetzung der Ziele
Die drei zentralen Säulen
Der Umsetzung der genannten Ziele dienen vor allem folgende drei Säulen der Jugendarbeit:
| Verbandliche Strukturen |
Die Jugendarbeit der Jugend im Schwarzwaldverein findet zu einem großen Teil in den einzelnen Ortsgruppen statt, die sich kontinuierlich oder zum Teil auch unregelmäßig zu gemeinsamen Aktionen treffen. Die Veranstaltungen können -je nach Bedürfnissen und Interessen der Gruppe - sehr unterschiedliche Inhalte haben.
Die Interessen der Mitglieder werden von den Jugendleiterinnen vertreten, die sich mindestens einmal jährlich zu einer Vollversammlung treffen. Die Möglichkeit der Interessenvertretung ist dort zum einen durch die Diskussion von Inhalten und Strukturen, zum anderen durch die Wahl der Haupjugendleitung und der Beisitzerinnen des Jugendbeirats gegeben.
Der Jugendbeirat beschließt zusammen mit dem Jugendrat die inhaltliche Ausrichtung der Jugendarbeit und verwaltet die Finanzen der Jugend im Schwarzwaldverein.
Mit einem Mitglied aus dem Beirat ist die Jugend im Schwarzwaldverein über die Deutsche Wanderjugend im Landesjugendring Baden-Württemberg vertreten.
Durch diesen basisdemokratischen Aufbau können Interessenvertretung und demokratisches Handeln gelernt und verwirklicht werden.
| Offene Angebote |
Neben der Gruppenarbeit vor Ort veranstaltet die Jugend im Schwarzwaldverein vor allem auf überregionaler Ebene offene Angebote für Mitglieder und Nichtmitglieder. Dazu gehören Freizeiten, Wochenend-und Tagesveranstaltungen. Im Mittelpunkt steht hierbei in der Regel eine gemeinschaftliche, naturnahe und aktive Freizeitgestaltung.
| Ausbildung für Jugendleiterinnen |
Aufbau und Erhalt einer qualitativ hochwertigen Jugendarbeit verbandlicher und offener Art können nur gewährleistet werden, wenn Jugend- und Freizeitleiterinnen auch eine fundierte Ausbildung erhalten. Grundlegende pädagogische, organisatorische und rechtliche Aspekte werden bei diesen Lehrgängen vermittelt.
Prinzipien für Planung und Durchführung
| Bedürfnisorientierung |
Der Freizeitbereich und die Gruppe werden zu einem immer wichtiger werdenden Lebensausschnitt von Kindern und Jugendlichen.
Junge Menschen brauchen Räume jenseits von Familie und Schule, in denen sie sich entfalten und mit anderen Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen können. Nur so ist es möglich, verschiedene soziale Handlungsweisen auszuprobieren und ihre Konsequenzen kennenzulernen.
Vor dem Hintergrund des immer länger dauernden Aufenthalts im Bildungssystem und der massiven Präsenz der Medien im Alltag suchen Kinder und Jugendliche mehr und mehr nach Erlebnissen, die nicht durch die genannten Instanzen vermittelt -quasi aus zweiter Hand" - sind.
Das Ernstnehmen der Interessen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ist zentrales Kriterium für Planung und Durchführung all unserer Veranstaltungen.
| Erlebnisorientierung |
Nur wer Erlebnisse hat, kann auch lernen. Die Unmittelbarkeit der Erlebnisse ist untrennbar mit sinnlichen und körperlichen Empfindungen verbunden, die im Alltag oft keinen Platz finden. In unseren Veranstaltungen geht es darum, gezielt Erlebnisse zu ermöglichen und diese gemeinsam aufzugreifen, um daraus zu lernen: für die konkrete Situation, aber auch für spätere Zusammenhänge.
Zwei Erlebnisräume stehen dabei im Mittelpunkt. Die Gruppe ermöglicht eine Vielzahl von sozialen Beziehungen und ihrer Ausgestaltung. Sie ist die Organisationsform von Jugendarbeit schlechthin.
Die Natur als Erlebnisraum liegt unserem Verband besonders nahe. Durch die ganzheitliche Auseinandersetzung mit ökologischen Erscheinungen wird ein lebendiger Bezug zur Natur hergestellt und gefördert. Diesen emotionalen Bezug halten wir für die Grundlage eines respektvollen und nachhaltigen Umgangs mit dem Ökosystem - nicht nur bei ausgewählten Aktionen, sondern auch im Alltag.
| Beteiligung von Kindern und Jugendlichen |
Konsequenz einer bedürfnisorientierten Jugendarbeit ist die Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen bei Planung und Durchführung der Veranstaltungen. Durch basisdemokratische Strukturen (Ortsgruppen, Vollversammlung, Bezirksjugendleitungen, Jugendbeirat und Jugendrat) soll diese Einflussnahme der Kinder und Jugendlichen gewährleistet werden.
Darüber hinaus sollen die Bedürfnisse und Interessen der Teilnehmerinnen der einzelnen Freizeiten, Aktionen und Lehrgänge auch während des Verlaufs angesprochen und darauf eingegangen werden.
Gewinnung und Pflege von Mitarbeiterinnen Jugendverbandsarbeit lebt vom Engagement Ehrenamtlicher.
Um Ehrenamtliche ausreichend zu qualifizieren und zu motivieren, müssen ihnen Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten angeboten werden. Dort können sie für ihre Tätigkeit aber auch für sich persönlich lernen.
Bei und neben den Qualifizierungsmaßnahmen muss den Mitarbeiterinnen (z.B. durch die Veranstaltung von Treffen) die Möglichkeit des Aufbaus und der Pflege von Kontakten und Freundschaften geboten werden. Dies muss als ein legitimer Motivationsfaktor in der Jugendarbeit anerkannt und berücksichtigt werden.
| Öffentlichkeitsarbeit |
Die Jugend im Schwarzwaldverein möchte nicht nur im Stillen wirken. Innerverbandlich müssen alle vorhandenen Strukturen genutzt werden, um möglichst viele Mitglieder mit den Angeboten zu erreichen.
Auch nach außen hin sollen grundsätzlich alle Kinder und Jugendlichen angesprochen werden, die sich mit unseren Zielen auseinander- bzw. für deren Erreichung einsetzen möchten. Auf verschiedenen Wegen (z.B. Zeitschriften, Zeitungen, Rundfunk, (jugend-)politische Gremien) sollen die Grundanliegen und Positionen der Jugend im Schwarzwaldverein und der Deutschen Wanderjugend generell veröffentlicht und vertreten werden.
Quelle: Zeitschrift "Der Schwarzwald", Herausgeber Schwarzwaldverein e.V. Freiburg