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Trockenmauer
Trockenmauern mit ihren Ritzen und Spalten bieten einer ganzen Reihe von Tieren und Pflanzen, die an einen solchen extremen Lebensraum gebunden sind, eine optimale Lebensgrundlage. Kleintiere wie Kröten, Eidechsen und Molche oder Insekten wie Hummeln und Wildbienen finden hier Unterschlupf. An Pflanzen kommen vor allem wärmeliebende Arten vor.
Je nach Lage der Trockenmauer (sonnig, absonnig, trocken, feucht) bilden sich verschiedene Pflanzengesellschaften, deren typische Vertreter für die Namensgebung stehen:
| Lage und ökologischeFaktoren | charakteristische Pflanzengesellschaften | typische Arten und Begleiter |
| Mauerfüße und Mauerfugen, beschattet / absonnig, feucht ± stickstoffreich | Mauerzimbelkrautflur (feuchte Ausbildung) | Zimbelkraut Gelber Lerchensporn Ruprechtskraut Schöllkraut |
| Mauerkronen und Mauerfugen, besonnt, sehr warm und trocken | Mauerzimbelkrautflur (trockene Ausbildung) Mauerpfeffer-Hauswurz-Flur | Mauersenf Gelber Günsel Osterluzei Weinraute Kaukasus-Fetthenne Dach-Hauswurz Weißer Mauerpfeffer Flaches Rispengras Großes Löwenmaul Spornbaldrian Deutsche Schwertlilie Goldlack |
| Mauerkronen, feinerde- und nährstoffreich | Weinbergslauch-Gesellschaft | Weinbergslauch Traubenhyazinthe
Doldenmilchstern Ackergelbstern Roßlauch Wilde Tulpe Acker-Ringelblume Gekielter Feldsalat Rundbl. Storchschnabel |
Trockenmauern können verwendet werden als Grundstücksabgrenzung, gestalterisches Element und Gliederung des Geländes oder zur Absicherung bzw. als Stütze von Gartenwegen, Terrassen oder Böschungen.
Für den Bau einer Trockenmauer benötigen Sie plattenartige Natursteine, Kies für die Dränage sowie Material für die Kernfüllung, wozu sich Bauschutt oder alte Ziegel gut eignen.
Wir unterscheiden zwischen der Hangmauer und der freistehenden Trockenmauer, wobei der jeweilige Aufbau im Prinzip der gleiche bleibt.

Zu beachten sind folgende Punkte:
| Die Mauer sollte wegen der Stabilität nicht höher als 120 cm sein, | |
| sie sollte mit einer Neigung (sog. Anlauf) von 3-10 % gebaut werden, | |
| das Aufschichten der Steine geschieht im Verband, das heißt die Stoßfugen der unteren Schicht werden ausreichend durch die 'Läufer' der folgenden Schicht überdeckt, | |
| mit Kies oder Bauschutt ist im Bereich des Mauerfußes sowie hinter der Steinlage für eine ausreichende Dränage zu sorgen, | |
| zur Verbesserung der Stabilität sollten einige 'Binder' ins Hintermauerwerk durchgreifen, | |
| bereits während des Aufschichtens wird in verschiedene Ritzen etwas Erde eingefüllt, um Pflanzen das Ansiedeln zu erleichtem, | |
| auf ausreichende Höhlungen im Innern der Mauer sowie auf Zugänge durch Spalten und Ritzen ist zu sorgen. |
Trockenmauern sollten zur optimalen Besonnung in Ost-West-Richtung verlaufen und höchstens in kleinen Teilbereichen beschattet sein.
Bepflanzen von Trockenmauern
Wer die Besiedlung der Trockenmauer nicht der Natur überlassen will (wozu tatsächlich Geduld notwendig ist), kann durch Bepflanzung oder Aussaat nachhelfen. Allerdings sollte dabei auf die so häufig angebotenen "Steingartenpflanzen" verzichtet werden. Wählen Sie heimische Pflanzen, die dem extremen Standort angepaßt sind und sich als wahre Überlebenskünstler bewährt haben. Die angeschlossene Liste bietet einen guten Überblick über solche Gewächse. Denken Sie außerdem daran, daß nicht die ganze Mauer zugepflanzt wird. Größere "Gesteinsflächen" sollten vorhanden bleiben, die von sonnen- und wärmehungrigen Tierarten als bevorzugte Aufenthaltsbereiche aufgesucht werden.
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| Blindschleiche | Zauneidechse |
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| Mauerbiene | Weißer Mauerpfeffer |
Pflanzenauswahl
| Pflanzenart | Höhe (cm) | Blüte | Bodenansprüche (grundsätzlich durchlässige Gesteinsböden) |
Standort Mauerfugen |
Mauerkrone, Steinhügel | Sonstiges |
Sonnige Standorte |
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| Odermennig (Agrimonia eupatoria) |
50 | gelb VI - VIII |
trocken, mager kalkhaltig | x | ||
| Silberdistel (Carlina acaulis) |
10 | silberweiß VII - IX | frisch, warm, kalkhaltig | x | kurzlebig, versamend, G! |
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| Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa) | 70 | purpurrot VI-IX | trocken, kalkhaltig | x | ||
| Spornblume (Centrantus ruber) |
60 | karminrosa VI - VIII | kalkhaltig, warm, trocken-frisch | x | Heimat: Südeuropa, Schmetterlingspflanze | |
| Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum) |
40 | purpurrot VI-IX | trocken, warm, kalkhaltig | x | G! | |
| Heidenelke (Dianthus deltoides) |
15 | rosa VI-IX | trocken-frisch, kalkarm | x | G! | |
| Hungerblümchen (Draba aizoides) |
10 polsterbildend | goldgelb IV-V | trocken, kalkhaltig | x | x | Heimat: Kaukasus, Kleinasien |
| Natternkopf (Echium vulgäre) |
70 | blau V-X | trocken | x | Pionierpflanze | |
| Sonnenröschen (Helianthemum nummularlum) |
15 | gelb | trocken IV-IX | x | Halbstrauch | |
| Johanniskraut (Hypericum perforatum) | 50 | gelb VII - IX | trocken-frisch | x | Pionierpflanze | |
| Ysop (Hyssopus officinalis) |
60 | violett VII - IX | trocken, warm | x | Gewürz- und Bienenpflanze, Heimat Mittelmeer | |
| Lavendel (Lavandula angustifolia) |
40 | blau-violett VI - VII | trocken, warm, mäßig nährstoffreich | x | Kleinstrauch, Heimat Mittelmeer | |
| Katzenminze (Nepeta cataria) |
70 | weiß VI- IX | trocken, warm, nährstoffreich | x | Falter- und Bienenpflanze, starke Ausbreitung | |
| Dost (Origanum vulgäre) |
40 | rosa, lila VI-IX | trocken, warm | x | Gewürz- und Bienenpflanze | |
| Nachtkerze (Oenothera missouriensis) |
20 rasenbildend | hellgelb VI-IX | trocken | x | Heimat USA | |
| Sandfingerkraut (Potentilla cinerea) | 10 rasenbildend | gelb IV-VI | sehr trocken, kalkhaltig | x | ||
| Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) |
20 | violett III - IV | trocken, humos, warm | x | attraktiver Frühblüher, G! | |
| Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre) | 5 polsterartig | gelb VI - VIII | trocken,mager, flachgründig | x | x | Pionierrasenpflanze |
| Weißer Mauerpfeffer (Sedum album) | 10 rasig | weiß VI - VIII | sehr trocken, mager, flachgründig | x | x | Pionierrasenpflanze |
| Milder Mauerpfeffer (Sedum sexigulare) | 5 polsterartig | gelb VI - VIII | trocken, kalkhaltig | x | x | Pionierrasenpflanze |
| Purpurrote Fetthenne (Sedum telephinum) | 40 | purpurrot VII - IX | trocken-frisch | x | wertvolle Schmetterlingspflanze | |
| Echte Hauswurz (Sempervivum tectorum) | 10 rosettenartig | hellviolett VII - IX | sehr trocken, flachgründig | x | x | Felsspaltenbewohner, G! |
| Kriechender Thymian (Thymus serphyllum) | 5 kriechend | purpurrosa V-IX | trocken, mager, sandig | x | Pionierpflanze, teppichbildend | |
| Ähriger Ehrenpreis (Veronica spicata) | 30 | lila VII - VIII | trocken, humos | x | G! | |
Schattige und halbschattige Standorte |
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| Gänsekresse (Arabis procurrens) | 15 teppichartig | weiß IV-V | trocken-frisch | x | auch für sonnige Platze, starke Ausbreitung, Heimat: Balkan, Karpaten | |
| Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes) | 10 rasig | feuchte Spalten kalkhaltig | x | RL! | ||
| Gelber Lerchensporn (Corydalis lutea) | 25 | gelb V-IX | frisch, humos | x | Heimat: Südosteuropa | |
| Zimbelkraut (Cymbalaria muralis) | 10 kriechend | lila VI-IX | trocken, kalkhaltig | x | auch für sonnig Plätze | |
| Ruprechtskraut (Geranium robertianum) | 30 | karminrosa V-X | anspruchslos | x | x | einjährig, versamend |
| Moossteinbrech (Saxifraga hypnoides) | 5 mattenartig | weiß V-VI | frisch | x | x | Heimat: Nordwesteuropa |
| Porzellanblümchen (Saxifraga umbrosa) | 30 polsterartig | weiß, rosa V-VI | frisch, humos | x | Heimat: Pyrenäen, Nordspanien | |
Anmerkungen: Soweit in der Rubrik "Sonstiges" nicht anders angegeben, handelt es sich um in Mitteleuropa beheimatete Wildstauden, zum Teil um Arten aus dem Mittel- und Hochgebirge, deren Ansiedlung im Garten bei entsprechenden Standortbedingungen möglich ist. Natürlicher Lebensraum ist bei den lichtliebenden Arten vielfach ein Kalkmagerrasen oder eine Magerweise.
RL! = aus der "Roten Liste" der bedrohten Arten der
Bundesrepublik
G! = nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt Art.
Weitgehend unberücksichtigt blieben Pflanzen der "Mauerfußgesellschaft" wie Schöllkraut, Schwarznessel, Guter Heinrich oder Wegmalve, da sie sich in jedem Garten selbst ansiedeln dürften. Auch der Bereich vor einer Mauer sollte also immer naturnah belassen bleiben!
mit freundlicher Genehmigung entnommen aus: "Natur im Industriegebiet", Naturschutzbund Deutschland, Gruppe Karlsruhe e.V., Langenbruchweg 9, 76137 Karlsruhe